Our House in the Middle of our Street

Unser Haus steht am Ende unserer Straße. Es ist eine Cul-de-Sac – eine Sackgasse. Und damit steht unser Haus auch gleichzeitig in der Mitte der Straße, wir haben rechts genauso viele Nachbarn aufgereiht wie links. Also gefühlt zumindest.Wer es genau wissen will, guckt hier. Das Haus am Wendehammer, das mit dem großzügigen Garten.

Nordamerikanische Standard-Häusle sind nach immer dem gleichen Prinzip aufgebaut:

Erst kommt der Bagger und macht ein Loch. Dann kommt der Betonlaster und gießt das Fundament, was hier Basement heißt. Die Seitenwände sind bis zur Grasnarbe aus Beton, alles darüber ist Rigips, Holz und Plastikverschalung. Böse Zungen könnten auch Plattenbau sagen.

DSCF2435.JPG

Dietrich – Namensgebung für Ortschaften kann so einfach sein. Bleibt zu hoffen, dass uns ‚Trumpland‘ erspart bleibt.

Wenn man so will, ist der Aufbau wie beim Tortenbacken: Der Boden hat noch Hand und Fuß, darüber wird’s immer lockerer und luftiger. Außen herum schön eingepackt – fertig!

Zu streichen gibt es außen nichts. Kein Stein, kein Putz. Dafür wettertaugliche, sich überlappende Kunststoff-Lamellen. Innen allerdings werden die Wände gestrichen und das ganze so hübsch, dass kein Mensch auf die Idee kommen würde, da eine Tapete drüber zu kleben. In unserem Haus gibt es keine Tapeten und aus dem Handgelenk kenne ich auch keinen Baumarkt, der sowas bereithält.

DSCF2473

Ford – die tun was!

Heizkörper sucht man in einem kanadischen oder amerikanischen Standard-Heim vergebens. Wir machen’s hier warm mit Forced Air. Das Prinzip ist wie beim Haarfön. Nicht Wasser wird erhitzt, sondern Luft – und diese dann durch ein paar Schächte in die Räume geblasen. Wie bei deinem Auto.

Der Vorteil ist, dass man Klimaanlagen relativ problemlos integrieren kann. Denn wo warme Luft rumbläst kann auch kalte Luft rumgeblasen werden. Und damit unser Hund im Sommer zum Schlafen nicht immer wegen der Hitze in den Keller verschwindet, wird ein solches Aggregat demnächst bei uns nachgerüstet. Nicht nur wegen dem Hund. Man mag’s nicht meinen, aber in Kanada wird’s im Sommer schnell mal über 30 Grad. Eine trockene Hitze, aber trotzdem heiss.

DSCF2420.JPG

Oregon.

Unsere Türgriffe sind Türknäufe, also rund. Die drückst du nicht nach unten wie die gute alte Türklinke, du drehst sie. Problematisch wird das, wenn du mal wieder den Job mit den Einkaufstüten übergeholfen bekommen hast. Beide Hände voll, die Tür zwischen Garage und Hausflur zu, Schätzelein irgendwo unterwegs und nicht aufzufinden und der Türstopper – ja wo ist der eigentlich abgeblieben?! Bei einer Türklinke machst du kurz Ellenbogen und offen ist die Tür; bei einem Drehknauf versuchst du erstmal, trotz am Arm baumelndem Einkaufstütengewicht ein paar Finger abzuspreizen und das Ding zu drehen, bevor du merkst, dass es auch diesesmal nicht geht. Schließlich stellst du die Tüte ab, um dann mit der nunmehr freien Hand den Knauf zu drehen, die Tür mit dem Fuß offenhälst und dir wieder die abgestellte Tüte angelst. Fortgeschrittene probieren auch gerne mal das Drehen eines Türknaufs, während sie eine Bierkiste in Händen halten.

Aber – der engagierte Hausmann kann sich über andere Feinheiten freuen: Waschmaschine und Trockner stehen nicht etwa im Keller. Die Laundry, das Heim dieser Geräte, ist im ersten Stock und damit in direkter Nähe zu den Schlafzimmern. Wäschewaschen, Sortieren, Betten beziehen – alles nur noch kurze Wege. Die Wäsche wird nicht mehr über zwei Treppen geschleppt, sondern bleibt sozusagen für ihre gesamte Lebensdauer in der ersten Etage.

DSCF2647.JPG

Grenze zwischen Washington und Oregon: Der Columbia River. Erinnert mich immer an den Rhein. Echt jetzt.

Und der engagierte Hausmann hat noch mehr Grund zur Freude: Es gibt keinen Staubsauger in unserem Haus. Den Job übernimmt ein in den Wänden verstecktes Vacuumsystem. Du steckst deinen Saugschlauch in eins der Dosen, legst ein entspanntes Lächeln auf und saugst drauf los. So glücklich kann Hausarbeit machen!

Für die Dinge, die im Laufe des Tages so eredigt werden müssen, gibt es in Europa Villeroy & Boch. In unserem Haus – als auch bei allen anderen Häusern zwischen Pazifik und Atlantik, freut man sich im Bedarfsfall stattdessen auf American Standard. Auch aus Porzellan, mit dem üblichen Sitzkomfort. Keine Panik – diesesmal kein verstecktes Vacuumsystem.

Have a good One, whereever you are.

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s