When the Shit hits the Fan

Der Schnack ist so bildlich wie kaum ein anderer und jedermann kann sich vorstellen, was Sache ist: When the Shit hits the Fan. Gehört zum Standard, gerne genommen für tragische Ereignisse aller Art und sonstige Unmöglichkeiten. Und: selbst bräsige Trump-Wähler wissen sofort, was abgeht, wenn sich was mit Macht auf einen Ventilator zubewegt.

Okay, das war’s mit Klugscheißen, ausnahmsweise ohne Shari und Ralf. Aber was wollten wir doch gleich? Ach ja, Thema Gesundheitswesen.

Es gibt Länder, die schaffen es nicht, einen funktionierenden Flughafen in ihre Hauptstadt zu bauen. Dann gibt es solche, die sind viel zu groß für die paar Leute, die dort wohnen; umzingelt von drei Ozeanen und einem mauerbauenden Nachbarn. Und dann ist da noch das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. So unbegrenzt, dass viele schon darüber flachsen, es doch besser mal vier Jahre ganz ohne Präsident zu probieren.

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Wenn der Vater mit dem Sohne – we did it again!

Ja, Obamacare soll weg

Das trumpsche Nachfolgemodell ist erstmal gescheitert. Nach wie vor gilt: Worst-Case-Scenario für den einfachen Mann auf der Straße, für den Trucker, für die Hausfrau, für den Fabrikarbeiter und für den Würsterl-Verkäufer vom Hot-Dog-Stand nebenan ist die eigene Arbeitsunfähigkeit. Nicht die Invasion der Andersgläubigen, nicht die extra-scharfen Burritos der illegalen Mexikaner im Land und auch nicht die böse Lüge der Global-Warming-Jünger, die einfach nicht genug in der Bibel gelesen haben. Denn da steht vom Global Warming nix drin. Also ist nicht.

Aber wie sieht’s aus in Kanada?

Wir leben in Alberta und da hat’s Alberta Health Care. Wer hier lebt, kriegt den Arzt umsonst. Hört sich gut an, soll es auch. Aber, gehen wir mal ins Kleingedruckte:

Alberta Health bezahlt, wenn’s an die Substanz geht. Die sogenannte Grundversorgung, wie es so schön heißt. Dazu gehört weder Zahnarzt, Kieferorthopäde, die Allergiebehandlung für den Heuschnupfen deiner Jüngsten, die Pille für du-weißt-schon und auch nicht deine sonstigen Medikamente. Für all diese Dinge, die das Leben im 21. Jahrhundert von uns Otto-Normalos einfach abfordert, gibt es ein Zauberwort: Benefits.

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‚Hombres – reitet ohne mich weiter. Ich schaff’s nicht mehr …‘

Ohne Benefits bist du screwed

Die erste Frage, die du also beim Jobinterview stellen solltest: Does it come with benefits?

Benefits sind deine Zusatzversicherung, deine Reißleine für den finanziellen Showdown, wenn der Krankheitsfall eintritt.  Wenn du Kinder hast, die sich demnächst orthopädisch durchstylen lassen wollen, dann geht nichts ohne Benefits. Da wird dein Zahnarzt schnell zum Friend with Benefits – naja, vielleicht nicht wirklich.

Vergleichbar ist das mit einer Privatversicherung, in der du dir die Prämie mit deinem Arbeitgeber teilst. Und das Gute ist: Massagen gibt es als Goodie obendrauf! Ohne Verschreibung, einfach so. Bevor die Mädels sich aber über dein nacktes Fleisch hermachen, musst du unterschreiben, dass du verstanden hast, um was für eine Massage es sich handelt. Damit wir Männer nicht auf Ideen kommen. Die, auf die wir Männer immer schnell kommen.

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Boah eh … ein Kuhlaster.

Deine Medikamente holst du dann während deines Einkaufs im Supermarkt: Gleich vorne hat’s eine Pharmacy, da gibst du dein Rezept ab. Nach dem Einkauf nimmst du dein frisch zusammengestelltes Pillendöschen in Empfang, fertig. Die üblichen Standardverpackungen gibt es in der Regel nur für Medikamente over the counter – nicht verschreibungspflichtig. Alles andere gibt’s individuell abgepackt, extra für dich und für das, was der Doc dir verschrieben hat. Die Abrechnung erfolgt direkt mit deinem Health Insurance Carrier, das ist der mit deinen Benefits.

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Vorgestern in Arco, Idaho: benannt nach dem deutschen Telefunken-Ingenieur Georg von Arco. Guckst du Arco, Idaho für das Geheimnis um die vielen Zahlen auf dem Berg

Bevor ich es vergesse:

Zukünftig ist Dein Nordamerika nur noch einmal wöchentlich frisch. Der Dienstags-Post entfällt, der Samstags-Post bleibt. Bloggen ist zeitintensiver als gedacht. Man will’s ja auch schön haben auf so einem Blog, oder?

Have a Good One – Whereever You are.

 

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