Beinhart wie ein … Flaschbier

Irgendwo in Utah: ‚Sorry man, I’m under-aged. I cannot sell you any booze.‘

Der Typ hinterm Verkaufstresen grinst mich an. Okay, der ist tatsächlich noch keine Zwanzig. Aber warum lassen sie jemanden, der selbst noch keinen Alkohol trinken und folgerichtig auch nicht verkaufen darf, in einem Laden arbeiten, der zwei einladende Cooler voll mit Dosenbier an der Wand stehen hat?

‚But then you have this sixpack there, sitting right beside you on the counter’, sage ich und zeige auf das Budweiser-Bier, was direkt neben ihm steht.

‚Well … yeah … I’m sorry, man. Someone left it here. But you know what? The girl doing the Texaco Shop right across the street‘ – er nickte mit seinem Kopf in die Richtung – ‚turned twenty-one just lately. She can help you out.’

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Und so gehe ich rüber zur Texaco-Tanke

Ich gratuliere Cindy – sie trägt ein Namensschild – nachträglich zum Einundzwanzigsten und steuere dann zielstrebig auf den Beer-Cooler zu. Auch Cindy grinst freundlich und informiert mich, dass Rod von gegenüber sie soeben per Text-Message von meinem Anliegen informiert hat. Ich stelle ihr meine Dose Budweiser auf den Tresen, dienstbeflissen verlangt sie einen Altersnachweis. Von mir, der ihr Vater sein könnte, mit noch fünf Jahren Luft dazwischen. Vorschrift ist Vorschrift.

Beim Alkohol hat jeder so seine eigene Bibel. Utah ist anders als Nevada, ist anders als California, ist anders als Massachusetts. Und sowieso anders als Canada. In Canada gibt es Alkohol nur in Liquor Stores. Das ist einfach, aber aufwendig.

Cheers!

Down South ist die Sache mit dem bösen Alkohol in jedem Staat anders geregelt. Naja, vielleicht nicht in jedem, aber fast. Als Hobby-Biertrinker lernt man nach einiger Zeit alle möglichen Spielarten kennen:

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  1. Alkoholverkauf nur zu bestimmten Tageszeiten, etwa von drei Uhr nachmittags bis ein Uhr nachts. Keiner soll sich bis zur Gesichtslähmung die ganze Nacht vollaufen lassen.
  2. Alkoholverkauf nur gegen Vorlage einer Picture-ID, irgendeines Ausweises mit Foto – in der Regel der Führerschein. Ist bei einem 85-Jährigen grenzwärtig bis lächerlich, wird aber so durchgezogen. Vorschrift ist Vorschrift, siehe weiter oben.
  3. Alkoholverkauf nur in großen Mengen, nichts geht unter Sixpack und Wein gibt’s erst gar nicht. Beliebt an Truckstopps. Denn Trucker dürfen keinen Alkohol in ihren Fahrzeugen transportieren und so soll vermieden werden, dass Trucker abends noch schön ein-zwei Bierchen zischen. Einen Sixpack alleine saufen, an einem Abend? Das geht doch gar nicht, also bitte!

Sehr bürgernah ist auch die Regelung am Grenzübergang zwischen Montana, USA, und Alberta, Canada. Du kaufst im amerikanischen Duty-Free-Store eine Flasche Jack Daniel‘s. Da du als Trucker diese Pulle nicht im Fahrzeug transportieren darfst und sich der Store zweihundert Meter südlich des 49. Breitengrades – der offiziellen Grenzlinie im Westen – befindet, wird sie dir auf keinen Fall ausgehändigt. Vielmehr reihst du dich artig an der Grenzkontrolle ein. Und erst, wenn du dich auf den zwanzig Metern Niemandsland zwischen Canada und USA befindest, rollt wie aus dem Nichts ein Pickup an deine Fahrertür heran und drückt dir deinen bereits bezahlten und abgerechneten Fusel in die Hand.

Na dann Cheers!

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