Just another day in Paradise

Wieder einer von diesen Tagen, wo du denkst, du hast alles, wirklich alles, richtig gemacht. 

Morgens die Zähne geputzt, inklusive Zunge – weil gerade da sind die richtig bösen Bakterien! -,  dreißig Minuten gesportelt, der mexikanischen Kassiererin beim Truckstopp dein bestes Lächeln geschenkt – obwohl Mexiko weiter ist und Deutschland nicht -, und bei deinem eisgekühlten Drink wegen der Schildkröten und all‘ dem anderen Getier auf den Strohhalm verzichtet.

Du hast auf der Leerfahrt von Phoenix über Tucson nach Nogales allen Kollegen und PKW’s Platz gemacht und den Kindern in den Autos, die dir bescheuert zugewunken haben, artig zurück gewunken. Weil du ein netter Trucker bist, und nette Trucker tun sowas.

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Really?

Dann Einchecken bei den Muchachos im Warehouse. Drei Kilometer nördlich der Trump-Mauer in Nogales, Arizona. Deine Pickup-Nummer hat irgendwo einen Zahlendreher, und das ist gar nicht gut. GAR NICHT GUT. Deine bisher gute Tageslaune erfährt eine 180-Grad-Wendung – ebenso dein Blutdruck, in die entgegengesetzte Richtung. Wenn die Pickup-Nummer nicht passt, geht es dir wie ‚Die Mannschaft‘ beim Spiel gegen Korea: Hier ist Endstation!

To make a long story short – wer ohne passende Pickup-Nummer daherkommt, der kriegt auch keine Weintrauben. Und auch nix Anderes. Also warten bis morgen, wenn Dispatch und Broker sich wieder ins Büro begnügen, einmal ‚Oops‘ sagen und dann die richtige Pickup-Nummer preisgeben.

Du fährst zum nächsten Truckstopp, schnackst mit einem netten Kollegen aus England, dem du gestern schon in Phoenix begegnet bist und der – ganz ungewohnt! – in seinen Sätzen gänzlich ohne das S- und ohne das F-Wort auskommt. Du kaufst dir zwei ‚Sex on the Beach‘ aus der Dose und wunderst dich, was mit den versprochenen 10 Prozent Alkohol darin passiert ist.

Just another day in paradise.

Willkommen Zuhause – Eine kleine Geschichte über unseren Anfang in einem großen Land — Episode 10

Sommer 2010

Meine Eltern sind zu Besuch. Der erste Nordamerika-Trip der Beiden überhaupt. Gleich nach der Ankunft – den Jetlag noch in den Knochen – geht’s für Vater Wolfgang mit dem Truck nach Vancouver. Will sagen: Vater-und-Sohn-Tour. Zurück durch Southern British Columbia nach Calgary, dort ein bisschen hin und her. Schließlich nach Hause, nach Spruce Grove. Weiterlesen

Willkommen Zuhause – Eine kleine Geschichte über unseren Anfang in einem großen Land — Episode 9

Mai 2010

Wir haben die Permanente Aufenthaltsgenehmigung für Canada! Wir sind jetzt Landed Immigrants.

Was vor drei Jahren mit dem Satz ‚Schatz, lass uns doch nochmal über Canada reden!’ begann, hat am vergangenen Sonntag seinen offiziellen Höhepunkt erreicht. Wir haben nun den Zusatz Permanent Resident of Canada zu unserem deutschen Pass bekommen.

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Willkommen Zuhause – Eine kleine Geschichte über unseren Anfang in einem großen Land — Episode 8

Februar 2010

Nun geht’s also los in Vancouver mit den Olympischen Winterspielen. Wenn denn nur das Wetter mitspielt!

Die Nachrichten der letzten Tage waren betreffend der Olympiade mit einer gehörigen Portion englischem Humor gespickt. Das Dilemma: Es hat zu wenig Schnee am Austragungsort am Pazifik! Weiterlesen

Willkommen Zuhause – Eine kleine Geschichte über unseren Anfang in einem großen Land — Episode 7

Ende 2009 – Der erste kanadische Winter 

Dieses ist der kälteste Blogartikel, den du jemals lesen wirst!

Ich schreibe hier bei minus 30 Grad Celsius, der heutigen Tageshöchsttemperatur. Vergangene Nacht waren es minus 38 Grad. Kleiner Trost: bei minus 40 Grad endlich ist es egal, ob du von Celsius oder Fahrenheit sprichst – ist bei dieser Temperatur tatsächlich das Gleiche.

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Willkommen Zuhause – Eine kleine Geschichte über unseren Anfang in einem großen Land — Episode 6

Der mit dem Truck fährt

Was macht der Oberharzer Trucker, wenn der Elch partout nicht von der Straße gehen will?

Diese und ähnliche Fragen gilt es derzeit zu beantworten. Ja im Ernst: ein ausgewachsener Elch ist durch seine schlaksige Art, mit der er läuft, nicht gerade ein elegantes Tier. Steht er dann noch auf der Straße und schaut dich an, dann kann man – mit etwas Hingabe – die Gedanken dieses Tieres lesen:

‘Was guckst du?’

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